eine Woche im Zeichen des Teams
Dienstag, den 04. Januar 2011 um 15:40 Uhr
Diese Woche steht ganz im Zeichen eines neuen Teams. Auf der einen Seite haben wir heute unseren neuen Bundestrainer Mike kennengelernt. Auf der anderen Seite werden im Laufe der Woche die Startplätze für die Europameisterschaften nächste Woche in Holland vergeben.

 

Mike Kooreman heißt er, der Neue. Er war bereits gestern in Dresden angereist und stand heutevormittag das erste Mal mit uns auf dem Eis. Nach einleitenden Worten von Miro begrüßte uns Mike und hielt eine kurze Ansprache. Der US-Amerikaner sprach über die kommenden zwei bis vier Wochen, in denen er wohl vorerst als Beobachter und Kommentator am Rande aktiv wird und über seine langfristigen Ziele, die er dann als verantwortlicher Trainer mit uns erreichen will. Während der Trainingseinheit sprach er mit uns über einige technische Rafinessen, versuchte uns ein bisschen besser kennen zu lernen und gab persönliche Tipps.

 

Für die Qualifikation für die EM in zwei Wochen haben sich die Trainer diesmal für Time Trials entschieden. Das bedeutet nichts weiter, als einzelne Läufe jedes einzelnen Sportlers gegen die Zeit. Heuteabend stehen zwei Mal 1.000 Meter auf dem Plan. Am Donnerstagabend müssen alle  möglichen EM-Teilnehmer zwei Mal über 500 Meter aufs Eis. Gestartet wird nicht, wie sonst meistens üblich, mit fliegendem, sondern aus stehendem Start heraus mit Kommando. Nach meinem jetzigem Kenntnisstand werden anschließend alle Zeiten eines Läufers addiert und die Gesamtzeiten mit den Konkurrenten verglichen.

 

Also angenommen ein Sportler läuft zwei mal 1:30 min über 1.000 Meter und zwei Mal 45 Sekunden über 500 Meter (diese Zeiten werden wohl deutlich unterboten werden!), kommt er am Ende auf 4:30 Minuten. Diese Endzeit wird mit der Zeit der anderen verglichen und am Ende steht ein Gewinner fest. Wir haben bei der EM nächste Woche in Herrenveen drei Einzelstartplätze bei den Herren und diese gilt es nach obiger Qualimethode zu belegen. Hoffentlich kann ich mir einen davon sichern! Jedoch zählen nicht nur diese Qualifikationsläufe, sondern auch erreichte Platzierungen bei Welt Cups sowie Leistungen und Teamfähigkeit im Training.

 

Für die restlichen zwei Teilnehmer der Staffel gilt: Es werden heute, am Donnerstag oder am Freitag Staffeltestläufe absolviert, bei denen wahrscheinlich von uns sieben Herren immer wieder andere vier zusammengesetzt werden. Am Ende begutachten die Trainer, welche Staffel die harmonischere, flüssigere und natürlich schnellere war.

 

Noch ein Satz zur endgültigen Entscheidung, der immerwieder in den Nominierungskriterien auftaucht: "Grundsätzlich behält sich die DESG [...] das Recht vor, bei außergewöhnlichen Leistungsentwicklungen, -einbrüchen oder Krankheiten, in Einzelfällen zu prüfen, ob Abweichungen von den vorher getroffenen Entscheidungen notwendig werden." Zu gut Deutsch: Der Trainer entscheidet letztlich über Nominierung und Nichtnominierung und der Sportler hat keinen Anspruch auf Nominierung aufgrund der erreichten Endzeiten nach den Time Trials, da auch noch andere Kriterien eine Rolle spielen...
 
 
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