| zwei Holzmedaillen und viel Erfahrung |
| Sonntag, den 16. Januar 2011 um 19:42 Uhr |
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Auch der dritte Tag in Heerenveen (Holland) war für mich durchwachsen. Über 1000m konnte ich mich durch geschicktes Laufen fürs Viertelfinale qualifizieren. In den Staffeln blieben sowohl uns als auch den Damen nur die Holzmedaillen übrig.
Der Tag begann für mich sehr entspannt. Nach dem Frühstück ging’s in die Eishalle. Kurze Aufwärmphase und dann offizielles Warm Up auf dem Eis. Um zwölf Uhr war scharfer Start. Die erste Runde der dritten Distanz überstand ich relativ einfach, indem ich von Anfang an meine vielversprechende Position verteidigte. Dies gelang mir bis zur Ziellinie. Ich war also eine Runde weiter und stand diesmal im Viertelfinale. Das motivierte mich sehr. Der nächste Lauf sollte aber um einiges schwieriger werden. Gegen mich traten der beste Lette, ein guter Russe, einer der drei Holländer und ein nicht zu unterschätzender Tscheche an. Wieder ging meine zuvor mit Mike abgesprochene Taktik auf. Ich konnte mich gleich am Start hinter dem Holländer einordnen und hatte keine Probleme, das Tempo und meine aussichtsreiche Position zu halten. Nach ungefähr fünfeinhalb Runden überholte der Lette außen. Noch ein bis zwei Runden später machten mir meine schnellkontrahierenden (aber nicht lange durchhaltenden) Sprintermuskeln einen Strich durch die Rechnung. Das Tempo war einfach zu hoch für mich und der Abstand zu den beiden vor mir Laufenden wurde immer größer. Kurz vor Schluss überholte mich noch der Russe und ich beendete meinen Lauf als Vierter vor dem Tschechen. Sicher, mir fehlten auf den letzten Runden noch die schnellen Beine, jedoch konnte ich durch taktisches Geschick diesen Missstand zumindest minimieren. Über 1000m wurde ich somit 15. und rangierte in der Gesamtwertung auf Platz 18. Dieses Ergebnis stellt mich zwar nicht komplett zufrieden. Nach meiner langen Verletzungspause sehe ich sie in den beiden Ausdauerstrecken jedoch als realistische Einschätzung meiner momentanen, zunehmenden Leistung. Über 500m habe ich mehr erwartet, habe aber auch aus den analysierten Fehlern gelernt.
Mit unserem Staffelfinale schlossen wir den gesamten Wettkampf ab. Ziel war die Medaille. Gleich nach dem Start konnten wir auf zweiter Position in die erste Kurve gehen. Es gab viele Führungswechsel zwischen allen vier Teams (Holland, Russland, Großbritannien und Deutschland). Ein paar Wechsel missglückten uns wieder einmal. Dadurch verloren wir wertvolle Zeit und vor allem Kraft. Gegen Ende der 45 Runden war es fast klar: Die Holländer machten den Sieg mit den Russen aus und die Briten kämpften gegen uns um die letzte Medaille des Tages. Diese mussten wir den Inseleuropäern dann aber auch zugestehen. Wir waren also jenes Team, welches nicht auf dem Treppchen bei der anschließenden Siegerehrung stehen durfte. Genauso ging es auch unseren Damen. Mit viel Kraft und Hingabe kämpften sie für die angepeilte Medaille, welche ihnen letztlich doch verwehrt blieb. Platz vier also für beide deutsche Staffeln.
Aus meiner Sicht hat die gesamte deutsche Mannschaft hier in Heerenveen bei der EM keinen schlechten Eindruck hinterlassen. Abgesehen von meiner Verletzung mussten wir im Sommer und in der ersten Saisonhälfte mit viel Wirbel innerhalb den Teams klarkommen. Seit Anfang des Jahres haben wir nun einen neuen Trainer im deutschen Team. Heute teilte er uns mit, dass wir bereits ab kommender Woche unter seiner Leitung das Training wiederaufnehmen und viele neue Raffinessen einfließen lassen werden. Zuversichtlich sind wir alle, dass es mit Mike Kooreman in Zukunft bergauf gehen wird, auch wenn dafür die ein oder andere Schweißperle mehr auf der Stirn zum schmelzen gebracht werden muss. |








