Moskau, Moskau
Mittwoch, den 09. Februar 2011 um 11:25 Uhr

wirf die Gläser an die Wand,

Russland ist ein schönes Land

ho, ho, ho, ho, hey!

 

wc0910serieVom schönen Land habe ich bisher leider noch nicht viel gesehen. Die Textzeile „Wirf die Gläser an die Wand" würde hier bisher wohl besser passen. Vielmehr erinnert hier alles an ehemalige sozialistische DDR-Verhältnisse. Am Flughafen angekommen überraschten mich Schneeberge und vereiste Abschnitte am Rande der Rollbahnen. Die Wettervorhersage hat außerdem fürs Wochenende Temperaturen von - 27 Grad prophezeit. Der Moskauer Flughafen „Domodedovo" erinnerte im Inneren mit einer abgesperrten und blicksicheren Zone noch an den Terroranschlag von vor wenigen Tagen. Von außen hingegen wirkte er etwas eleganter durch seine komplettverglaste Hülle und liegt ca. 50 km südlich der russischen Hauptstadt. An den Sicherheitskontrollen vorbei, fanden wir schnell unseren Volontär mit dem World-Cup-Schildchen, welcher uns zum Bus begleitete. Nach kurzen Verständigungsproblemen wegen der fehlenden Person im deutschen Team (unsere Ärztin Heidrun war aufgrund einer Erkältung in Dresden geblieben und reist in wenigen Tagen nach) ging's nach draußen. Doch vom Bus keine Spur. Nach zehn Minuten war der Bus da und bei Temperaturen um den Gefrierpunkt war schnell alles in Sack und Tüten.

CIMG5138
CIMG5138
CIMG5140
CIMG5142
CIMG5144

Wir konnten unsere Reise zum Hotel fortsetzen. Die Straßen waren teilweise total überfüllt. Nicht einmal der mit Blaulicht auf dem Dach „stehende" Krankenwagen kam durch die zehnspurige, scheinbar endlose Hauptverkehrsader. Der einsetzende Schneefall erschwerte zwar die Sicht in die Ferne, doch was ich sah, erschütterte mich teilweise sehr. Die Gebäude am Rande der Straßen glichen den Erzählungen und erhalten gebliebenen Überresten aus der ehemaligen DDR. Ein altes, stellenweise sehr hoch- und langgebautes Wohnhaus glich dem anderen. Die öffentlichen Verkehrsmittel von Bus und Bahn fanden sich in katastrophalen Zuständen wieder. Vor vielen Jahren gab es in Dresden ähnliche Nahverkehrsreisemittel auch, allerdings schon damals in einem wesentlich besseren Zustand. Viele weitere riesige Gebäudekomplexe reihten sich aneinander. Die für damalige Verhältnisse sicherlich architektonischen Meisterwerke schienen mir sehr veraltet. Ohne den Eindruck übertriebenen Wohlstands entstehen zu lassen, muss ich sagen, dass ich in Deutschland andere, viel geordnetere und modernere Verhältnisse gewohnt bin. Etwas enttäuscht bin ich bisher schon.

 

Ein paar Fahrminuten und eine lange Brücke über die Moskwa weiter sah ich plötzlich viele Lichter auf der rechten Seite. Ein rundes Hochhaus mit mindestens 60 Etagen ragte aus dem Boden. Daneben stand noch eins davon und daneben noch eins. Bis ich alle entdeckte, dauerte es eine Weile. Insgesamt waren es mindestens sechs oder sieben Stück, wobei ich mich dabei durch die eingeschränkte Sichtweite nicht genau festlegen möchte. Nach einem riesigen sich in- und übereinanderwerfenden Brückenkreuz fuhren wir an einer „Zwiebelkirche" vorbei, welche mich an Erzählungen über die wahre russische Architektur erinnerte. Diese fand ich wiederum sehr ansehnlich.

 

Ich hoffe, dass wir zumindest heute Abend etwas Zeit finden werden, um uns wenigstens einen kleinen Teil der Innenstadt Moskaus anzusehen. Wir haben vor in die Innenstadt zu fahren und uns den Kreml und den Roten Platz anzusehen. Ich bin gespannt, welche Seiten der Millionenmetropole mich dort noch angenehm überraschen werden.

 
 
JOOMLA TEMPLATES Joomla Templates By JoomlaBear