der erste Welt Cup Sieg
Dienstag, den 22. Februar 2011 um 14:16 Uhr

Was war das für ein Wochenende? Vom 18. - 20. Februar 2011 fand in Dresden der saisonletzte Short Track Welt Cup statt. Wieder einmal waren Stimmung, Atmosphäre und die Spannung hervorragend. Aber auch auf dem Eis ging es heiß her. So krönte der Weltcup-Sieg der Herrenstaffel das für die deutsche Mannschaft und für mich schon ohnehin erfolgreiche Wochenende.

 

Bereits am Freitag konnten sich sechs Sportler unseres deutschen Teams für die Endrunden am Sonnabend und Sonntag qualifizieren. Mit ihrem Auftritt in den Hoffnungsrunden über 1000m am Sonntagvormittag konnte uns Bianca sogar noch einen siebten Läufer in die "Weltcup-Rennen" am Nachmittag schicken.

 

Der Samstag war tagsüber für mich relativ langweilig, da ich am Vortag über die erste 500m-Strecke disqualifiziert wurde und somit für den ersten Entscheidungstag aus dem Rennen war. Dafür stand abends noch die Staffel an. Mein Team und ich erreichten (durch die Disqualifikation der Franzosen) das Finale und waren sehr froh darüber. Gerade in unserer Heimatstadt Dresden ist es ein klasse Gefühl, wenn wir uns für die nächste Runde qualifizieren können und das gesamte Publikum hinter uns steht.

 

Die Einzelstrecke 500m:

Am Sonntag konnte ich wieder ausschlafen und begann den Tag mit einem ausgiebigen und entspannten Frühstück. Dreizehn Uhr stand ich das erste Mal auf dem Eis zum Warming Up. Ich hatte bereits zu diesem Zeitpunkt ein gutes Gefühl unter den Füßen. Gegen 14:00 Uhr war ich mit meinem ersten Rennen dran, das Viertelfinale. Ich stand, wie ich durch die schnellste Endzeit in der vorigen Runde bereits vermutet hatte, auf Startposition eins. Gleich nach dem Start konnte ich mich in Führung setzen und marschierte los. Innerhalb der viereinhalb Runden konnte mich keine mehr überholen. Als Gewinner meines Viertelfinallaufs ging ich bei starkem Publikumsrückhalt vom Eis. Ich hatte das Gefühl, alle freuten sich mit mir. Ich war sehr glücklich, wieder eine Runde weiter zu sein. Nach einem kurzem TV-Interview und filigranem Kufenschleifen stand ich bereits wieder auf dem Eis. Wieder von Position eins startend behauptete ich mich am Start. Dreieinhalb Runden war ich in Führung, bis ich am Ende der Geraden zwei Sportler innen schräg hinter mir überholen sah. Ich versuchte gegenzuhalten und machte den Kurveneingang dicht. Einer der beiden drückte mich nach außen. Ich lief einen weiten Bogen um die Klötzer und verlor erheblich an Geschwindigkeit. Trotz einer schnellen Endzeit kam ich nur als Vierter ins Ziel und war somit im Halbfinale ausgeschieden. Ich hoffte noch auf ein Advancement (Weitersetzen in die nächste Runde wegen einer Behinderung durch einen anderen Sportler), doch alles blieb beim Alten. Das B-Finale verlief ähnlich. Wieder gewann ich den Start, diesmal von Position zwei aus. Und wieder wurde ich nach dreieinhalb Runden innen überholt. Ich ließ den US-Amerikaner aber durch, da er deutlich schneller war als ich. Direkt am Kurvenausgang versuchte ich aber, das Überholmanöver des Amis zu kontern und startete innen durch. Dabei lief ich aber auf ihn auf, da er es doch schaffte, enger aus der Kurve zu laufen, als ich dachte. Wieder verlor ich wichtige Geschwindigkeit und wurde von den anderen beiden Kontrahenten ebenfalls überholt. Ich kam leider wieder nur als Vierter ins Ziel. Die Einzelstrecken waren damit für mich beendet und ich kann auf einen erfolgreichen aber auch in Zukunft verbesserungswürdigen achten Platz über 500m zurückblicken.

 

Das Staffel-Finale:

Eine Stunde später musste ich aber schon wieder aufs Eis. Unser Staffelfinale sollten wir gegen Korea, Kanada und China bestreiten. Bis zur Hälfte der 45 Runden konnten wir gut mithalten. Dann schwanden uns aber die Kräfte. Einige Male kämpften wir uns wieder heran, bis wir endgültig den Anschluss verloren. Wir kämpften aber weiter, um den Abstand so gering wie möglich zu halten. In der so typisch für Short-Track letzten Runde passierte das, womit ich nicht mehr gerechnet hatte. Die drei führenden Teams liefen alle dicht bei einander. Der kanadische Schlussläufer verlor die Bodenhaftung, rutschte am Kurvenausgang weg und riss den Koreaner mit sich. Der Chinese kam ins Trudeln, konnte aber weiterlaufen und beendete das Finale als Sieger für sein Land. Wir konnten uns an beiden gestürzten Läufern vorbeischlängeln und kamen hinter China ins Ziel. Wir wussten: Wir sind Zweiter. Doch es kam noch besser: Die Schiedsrichter auf dem Eis berieten sich und nahmen sich die Videoanalyse zur Hilfe. Alle Sportler auf dem Eis sahen an die Anzeigetafel und warteten auf eine Entscheidung. Dann erklang eine Stimme über die Hallenlautsprecher. Dem chinesischen Quartett wurde eine Disqualifikation ausgesprochen. Damit war es amtlich: Deutschland war Weltcupsieger. Die Halle tobte, wir freuten uns und Mike musste erstmal alle in den Arm nehmen. Es war eine erfreuliche Nachricht, auch wenn uns durchaus bewusst war, dass das Glück dabei auch an uns gedacht hatte. Es war die erste Goldmedaille und damit der erste Weltcup-Sieg überhaupt für deutsche Shorttracker (abgesehen von Tysons Gesamtweltcupsieg 2007, bei welchem er aber keinen Einzelweltcup gewinnen konnte).

 

 

Meine Ergebnisse nochmal zusammengefasst:

 

Welt Cup Sieg mit der Staffel

Welt Cup 8. über 500m

 

Zwei Super-Ergebnisse, mit denen ich sehr zufrieden sein kann. Jetzt liegt es an mir und Mike, in den nächsten Jahren darauf aufzubauen. Alle weiteren Ergebnisse findet ihr wieder nach dem Klick auf untenstehende Grafik.

 

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