Nagoya ganz verschlafen
Sonntag, den 27. November 2011 um 21:45 Uhr

Mit einer 13-köpfigen Mannschaft sind wir gestern aus Deutschland nach Nagoya gereist. Auf dem elfeinhalbstündigen Lufthansa-Flug von Frankfurt in die japanische Metropole bekam ich mal wieder kein Auge zu. Umso schwerer fällt mir der heutige Tag, nachdem wir in über 11.000 Metern Höhe die Tagesgrenze und damit im Prinzip eine Nacht überflogen hatten.

 

Heute gegen 11:00 Uhr kamen wir dann aber im Hotel Castle Plaza in Nagoya an und waren natürlich total am Ende. Da die Zimmer erst eine Stunde später fertig werden sollten, entschlossen wir uns, essen zu gehen. Die Suche nach einem geeigneten Restaurant erwies sich als Herausforderung. Die zwölfte und dreizehnte Etage der JR-Towers (Japan Rail) auf dem Bahnhof Nagoyas beherbergte unzählige Restaurants. Doch noch mehr Menschen waren darin und warteten davor auf freie Plätze, teilweise bis zu einer Stunde, wie wir erfuhren. Endlich fanden wir ein kleines Lokal und bestellten Sandwiches und Beilagen. Dann zurück ins Hotel und aufs Zimmer. Doch als wir die Räume betraten und die Taschen hinter uns herzogen, wurde uns klar: das wird eng! Aber gut, damit kommen wir schon zurecht. Schließlich geht es jedem Sportler und Trainer anderer Teams ebenso.

 

Jetzt stellt sich uns die nächste Hürde. Wir müssen noch bis zum Ende des Tages durchhalten. Durchhalten ist hier im Sinne von „wach bleiben" gemeint. Wach bleiben, damit wir uns schnellstmöglich an die Zeitumstellung von acht Stunden zu Deutschland anpassen. Die Nachtruhe ist also für ca. 22:00 Uhr geplant, und dann auf jeden Fall morgenfrüh zeitig raus, um wieder die Anpassung voranzutreiben. Das heutige, kleine Läufchen durch die Stadt und anschließende Gymnastik mit Uwe, unserem Physio, fiel mir besonders schwer. Die Beine schliefen schon, oder noch, meine Augen fühlten sich an wie Bleikugeln. Teilweise drehte sich die Erde um das Hotel und das Hotel um mich. Jetzt, kurz vor dem Schlafengehen freue ich mich auf mein Bettchen. Dieses ist japanischen Verhältnissen entsprechend klein aber weich.

 

Nachdem wir die nordamerikanischen Welt Cups im Oktober nur mit 6 Herren, drei Damen und der Herrenstaffel bestritten, treten wir nun mit einem Herren weniger, einer Dame mehr und damit auch einer Herren- und einer Damenstaffel an. Christin konnte sich in Dresden noch für die Welt Cups qualifizieren und tritt nun an die Stelle von Hannes, welcher als sechster Herr im Team nicht nach Asien reisen durfte.

 

Bis Donnerstag trainieren wir noch und versuchen, uns bestmöglich an die Zeitverschiebung anzupassen. Am Freitag beginnt der dritte Welt Cup mit doppelten 1000m laut WC-System 2011/12.

 

Aufgrund von finanziellen Engpässen ist es unserem Verband leider nicht möglich, uns auch zum vierten Welt Cup nach Shanghai in China zu entsenden. Dadurch wird mir eine zweifache 500m-Chance verwehrt und den Staffeln der Damen und Herren die Chance auf die WM-Teilnahme gemindert. Wir sind sehr traurig über diese Entscheidung, müssen uns aber natürlich damit abfinden und hoffen, dass die finanzielle Lage in Zukunft mehr Spielraum für Wettkampfteilnahmen lässt.

 

Kommentare 

 
#1 DVVS 2011-11-27 18:30
... die Gästezimmer vom Castle Plaza in Nagoya sehen auf der Website des Hotels schön eingerichtet aus.

Die Zeitverschiebun g ist enorm, hoffentlich kommt ihr damit klar bis die Wettkämpfe beginnen.

Gute Erfolge für Euch alle und viele Grüße aus Europa
 
 
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