Radlager Costa Brava/ESP
Dienstag, den 27. Mai 2008 um 22:02 Uhr

Viele, die diese Überschrift lesen, denken sicherlich: „Ja .. bestimmt, ein Trainingslager an der Costa Brava!?!“

Aber: Wir haben wirklich trainiert!!

 

Nach einer ca. 15-stündigen Fahrt von Dresden nach Spanien konnten wir endlich unsere Beine ausstrecken und bezogen sofort unser Quartier in Empuriabrava. Der ausschließlich für den Tourismus errichtete Ort war bis noch vor fast 50 Jahren ein Sumpfgebiet, aus welchem lange Kanäle gezogen wurden, die heute alle mit Schiffen befahrbar sind. Viele Grundstücke sind somit sowohl mit dem Auto als auch dem Boot zu erreichen. Etwa 100m vom Strand entfernt ist ein großer Hotelbereich angelegt, inmitten welchem sich auch unser Haus befand. Mit 4 Schlafzimmern, 3 Bädern, einer Küche, einer Waschmaschine, einem Wohnzimmer und einer Garage für die Räder ließ es sich sehr angenehm zu sechst leben. Außer mir waren noch Robert Becker, Daniel Zetzsche, Dennis Walzer, Sebastian Praus und Herr Steckel mit. Noch am ersten Tag schnappten wir unsere Räder und haben uns eine Stunde „die Fahrt aus den Beinen geradelt“, wie Jeroen sagen würde. Der Holländer Jeroen Otter ist Trainer der belgischen Short-Tracker Wim de Deyne und Peter Gysel. Da Jeroen dieses Trainingslager für seine Sportler plante und noch bis Ende Juni auch Trainer der deutschen Short-Track-Nationalmannschaft ist, konnten auch Einige von uns daran teilnehmen.

 

Vom 14. bis 25. Mai stand nun also tägliches Radtraining auf dem Plan. Als zweite tägliche Trainingseinheit absolvierten wir meist entweder Intervallläufe oder Imitationstraining; beides am Sandstrand der Costa Brava. Durch unser Radtraining sahen wir viel von der Region rund um Empuriabrava. Wir bewältigten, immer in Begleitung eines Autos, teilweise Anstiege vom Meeresniveau bis auf 900m über NN. Auch der östlichste Punkt Spaniens „Cap de Creus“ stand einmal auf unserem Routenplaner. Der Ausblick von den vielen erklommenen Berggipfeln und Hängen über die umliegenden Landschaften, über Städte, die Küste und das Meer war einfach atemberaubend.

 

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Um von nur einem Tag etwas genauer zu erzählen:

Am Sonntag beispielsweise war eine Ganztagstour geplant. Wir fuhren mit unserem Bus und Jeroens Auto vom Hotel bis in die Pyrenäen und starteten das Training bei wolkenlosem Himmel von dort. Nach einem langen und anstrengenden, teilweise 10%-igen Aufstieg auf 784m pausierten wir in einem kleinen Bergdorf und aßen Mittag. Kurz bevor wir wieder aufbrechen wollten, zog der Himmel zu und es regnete in Strömen. Nach etwa einer Stunde hatte es so gut wie aufgehört zu regnen und wir setzten die Tour im kalten und windigen Nieselregen fort. Weitere 580 Höhenmeter sollten bewältigt werden, bevor es endlich bergab ging. Kurz nach Beginn der Talfahrt durchquerten wir ein Stück matschige Baustelle, welche sich nach ca. 500m als eine verschüttete Sackgasse herausstellte. Durchnässt mussten wir also wieder zurück durch den Matsch und rauf auf den Berg, um eine andere Route zu nehmen. Dann endlich begann die endgültige Talfahrt und nach 5 Stunden reiner Fahrtzeit kamen wir am Bus an. Alle Rennräder und Radsachen waren total verdreckt. In Empuriabrava spritzten wir dann an der Tankstelle den Dreck von den Rädern und die Sachen kamen in unsere Waschmaschine. Es war eine echte Erlebnistour!

 

An den anderen Tagen blieb natürlich auch Zeit, mal an den Strand zu gehen oder in einem der hoteleigenen Pools zu baden. Nur leider spielte das Wetter bis auf wenige Ausnahmen nicht mit, die Sonne prasselte einfach zu selten auf unsere Haut. Zum Radfahren hingegen war das Wetter fast immer perfekt. Bis auf zwei Regentage blieb es angenehm warm und auch relativ windstill.

 

Mit insgesamt über 700 Fahrtkilometern, mehr als 7000 Höhenmetern Aufstieg und fast 34 Stunden auf dem Sattel war es ein sehr umfangreiches und teilweise auch sehr intensives Trainingsprogramm.

 
 
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