| Olympia-Einkleidung |
| Freitag, den 15. Januar 2010 um 15:08 Uhr |
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Trainingslager Oberstdorf Seit Samstag letzter Woche ist unsere Nationalmannschaft in Oberstdorf im Trainingslager. Eric begründete diesen einwöchigen Ausflug in unsere fast schon zweite Heimat mit einem Tapetenwechsel, da wir schon fast die ganze Saison nur in Dresden trainierten und er uns das Gefühl geben wollte, als würden wir zu den Europameisterschaften anreisen. Das kurze aber sehr intensive Camp soll nun die direkte Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Vancouver und die EM in Dresden sein.
Bisher erlebten wir wieder einige neue Dinge. Im letzten Winter waren alle gemeinsam auf dem Fellhorn rodeln. Diese amüsante Rutschpartie ist eigentlich auch auf unserer diesjährigen To-Do-Liste gespeichert, jedoch standen diesmal noch etwas andere „Termine“ an.
Einkleidung Vorgestern, also am Mittwoch, hatten wir vormittags ganz normal Eistraining. Aber der Nachmittag glich eher einem „Heilig Abend“, wie Sebastian mehrmals vorher betonte. Wir wussten nicht wirklich, was auf uns zukam. Vor einigen Wochen waren wir alle schon beim Sportartikelhersteller Bogner in München zur Anprobe eingeladen. Anprobe für die Olympia-Einkleidung. Die Eindrücke von damals hatte sicher auch vorgestern noch jeder von den Sechs im Short-Track Nominierten im Hinterkopf. Doch die Fülle an Sportartikeln und Kleidung, die diesmal auf uns wartete, überraschte doch erheblich, sogar auch „die Alten“. Aika, Sebastian und Tyson waren die Sportler, welche den Ablauf der Einkleidung schon von Turin 2006 kannten. Für Paul, Beck’s (Robert Becker) und mich war es wirklich wie Weihnachten. Das erste Weihnachten. Auch unsere Betreuer wurden eingekleidet. Somit bestand das einzukleidende Short-Track-Team aus den sechs Sportlern sowie Eric (Coach), Uwe (Physio), Dr. Bottesi (Arzt) und Matthias Kulik, unserem Team-Leader.
Nach der letzen Station suchten wir alle die Kasse, aber Gottseidank gab es keine, denn wie uns mitgeteilt wurde, liegt der Wert aller erhaltenen Sachen bei mehreren Tausend Euro. Nach 3 Stunden waren alle fertig mit „Sachenpacken“ und wir machten uns auf den Weg nach München. Dort lud uns die DESG zum Essen ein. Anschließend gab es noch ein kurzes Meeting mit Informationen rund um die Olympischen Spiele und zur Motivation für Vancouver. Halb 12 abends waren wir wieder zurück im Internat.
Dinner Gesternabend lud uns die Familie Redlich ein. Der Koch und seine Frau betreiben gemeinsam das Restaurant Berggasthof Oytalhaus mit kleiner Pension im Oytal in der Nähe von Oberstdorf. Serviert wurde uns ein 4-Gänge-Menü aus einer Fischkreation, einer bayerischen Suppe, Spanferkel an Klößen und Apfelrotkraut sowie einem Eis-Eierkuchen-Dessert. Auf den ersten Blick sah es zugegebenerweise nach winzigen Gourmetportionen aus. Zum Wohle unserer leeren Trainingsmägen stellten wir aber schnell fest, dass der Schein trog. Die Portionen waren auf alle Fälle „sportlergerecht und bei Bedarf wurde sogar angeboten nachzureichen, was ich persönlich natürlich nicht ausschlagen konnte! Jockel, der Oberstdorfer Trainer, zeigte noch eigene Bilder der JWM aus Taipei von vor nicht einmal einer Woche.
Auch ein wissenschaftlicher Aspekt füllte den Rest des Abendprogramms. Die Firma tremo-tec GmbH führte uns ihr eigens entwickeltes Muskel- und Bänderstimulationsgerät vor. Einige von uns probierten es sofort aus, um die Wirkungsweise am eigenen Körper spüren zu können. Wie ich später erfuhr, nutzt die DESG bereits schon jetzt die Geräte des oberstdorfer Herstellers im Eisschnelllauf. Auch für Short-Track soll ein Sponsoringvertrag ausgearbeitet werden. Dazu aber in Zukunft bestimmt mehr, falls es zum Abschluss eines solchen kommen sollte. Nachdem an diesem Abend viel gelacht und köstlich gespeist wurde, verabschiedeten wir uns und waren 23.30 Uhr wieder im Internat, unserer Bleibe. Vielen Dank an die Familie Redlich, welche uns mit Speisen vom allerfeinsten versorgte!
Das Trainingslager wird nur noch bis Sonntagmorgen dauern. Nicht mal mehr eine Woche später starten in Dresden die Europameisterschaften. Schon am 04. Februar hebt unser Flugzeug nach Vancouver ab, wo die Spiele am 12. Februar beginnen werden. Weitere Bilder vom Trainingslager stellte uns Frau Schwendinger in ihrer Galerie zur Verfügung, vielen Dank! Auch Paul, vielen Dank für deine Fotos! |










Unser Ausflug begann also kurz nach Trainingsschluss gegen 12.00 Uhr. Ziel war die Kaserne der Bundeswehr in Erding bei München. Die 220 km schafften wir in nervigen 2,5 Stunden. Innerhalb des Bundeswehrgeländes öffneten wir dann zum ersten Mal die kleine grüne Eingangstür. Schnell erkannten wir, dass es sich um eine Turnhalle handelte. Am Eingang wurden wir freundlich begrüßt und kurz darauf erhielten wir wasserfeste Stifte in die Hand gedrückt mit den Worten: „Unterschreibt mal dort!“ Wieder wussten wir nicht, was auf uns zukam. „Dort“ lagen nämlich 170 DOSB-Grußkarten, sowie weitere Plakate, ein Vancouver-Maskottchen-Schild und die Kanzel eines BW-Tornados. Das Unterschreiben dauerte nur ca. 45 Minuten bis wir endlich an die Berge von Sachen durften. Bundeswehrgerecht war alles aufgeräumt, zusammengelegt und sortiert. Wir begannen unseren Einkaufswagen zu füllen. Es ging los mit zwei Reisetaschen und einem Rucksack. Danach kamen die Schuhe dran: ein Paar Turnschuhe, Überschuhe für den Einsatz im Schnee und ein Paar Winterstiefel. Die gesamte Kleidung wurde von Adidas hergestellt. An den folgenden Stationen wurden dann Jacken, Hosen, T-Shirts, Pullover und weitere Jacken, Hosen, T-Shirts und Pullover anprobiert und in den Einkaufswagen gelegt. Der Wagen war nun schon fast voll, dachten sicher einige. Aber dann wanderte der Blick kurz nach rechts zu den Stationen von Bogner und allen war klar: „Also das wird eng!“ Ok, weiter im Geschäft. Zwischen Adidas und Bogner lag noch die Schuhstation von Sioux. Dort erhielten wir ein Paar gute Lederschuhe, ein Paar Halbschuhe und ein Lederpflegeset. Dann war