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Grundausbildung fast geschafft
Samstag, den 22. Mai 2010 um 16:06 Uhr

Jetzt ist meine Allgemeine Grundausbildung fast Geschichte. Sieben von acht Wochen habe ich hinter mir. Die gut 30 Rekruten meines IV. Zuges wurden bisher sowohl praktisch-militärisch als auch theoretisch ausgebildet. Unser Alltag bestand jedoch oft aus „Warten auf Weiteres", was bedeutete, dass man auf Stube saß und die nächsten Befehle abwartete.

 

Da es in unserer Stube fast ausnahmslos gereinigt und ordentlich aussah, tauften Christian Poser (Bobsport), Jan Junklewitz (Motorrad-Trial), Robin Irion (Biathlon), Alexander Schuster (Skibergsteigen), Michael Schnetzer (Skilanglauf) und ich uns „Elitestube 108". Die theoretischen Unterrichte umfassten: Feuerkampf, Alarmposten, Dienstgrade, militärische Funktionsprinzipien, Rechte und Pflichten von Soldaten, Waffenkunde, Wach- und Fernmeldedienst, Sanitätsdienst und vieles mehr. Alles wandten wir auch praktisch in der Kaserne oder im Felde an.

 

 

Biwak/Leben im Felde

 

In der fünften Ausbildungswoche stand ein dreitägiges Biwak an. Der Marsch über ca. 5 km bis zum Standortübungsplatz war ziemlich anstrengend. Einige kamen schon mit Blasen an den Füßen an. Am ersten Tag bauten wir unsere Zeltlager auf. Diese bestanden hauptsächlich aus 2-Mann-Zelten, einem Feuerplatz mit Rauchfänger und einem Waschplatz. Des Weiteren wurden wir am Alarmposten, auf Streife und in den Gefechtsstellungen ausgebildet. Die erste Nacht im Felde verlief ruhig, keine Alarme, kein Gefecht, lediglich musste Feuerwache gehalten werden.

Am nächsten Tag vertieften wir unseren Ausbildungsstand. In der folgenden Nacht waren wir bereit für das Gefecht. Ich war gerade mit meinem Kameraden „Funker Poser" auf dem nächtlichen Streifenweg, als uns der Alarm erreichte. Wir sprinteten zum Platz der Gruppe zurück und wurden vom Gruppenführer ins bevorstehende Gefecht eingewiesen. Wir pirschten uns in die Stellungen hinein. Auf verschiedene Situationen mussten wir entsprechend reagieren. Nach gut zwei Stunden war das Übungsgefecht vorüber und dreißig Patronen Übungsmunition verschossen. Am letzten der drei Biwak-Tage passierte nicht mehr wirklich viel bis auf den Abbau der Zelte und den Marsch zurück zur Kaserne.

 

Doch der hatte es in sich. Wir marschierten nicht wie üblich den größtenteils befestigten Weg, sondern fast direkt durch den Wald. Anfangs schien es noch erträglich zu sein, doch auf einmal mussten wir durch einen verdreckten Bach, in dem das Wasser hüfthoch stand. Der ein oder andere rutschte auf kleinen versteckten Felsen Unterwasser aus uns steckte dann bis zur Brust in der braunen, fast stehenden Brühe. Die eigentlich wasserfesten Stiefel waren bis zum Rand mit Wasser gefüllt. Am nächsten Rand pausierten wir ca. zehn Minuten. Das Wasser gossen wir aus und die Strümpfe wurden ausgewunden. Dann marschierten wir weiter. Nach fünf Minuten stellte sich der klatschnasse Zustand in den Stiefeln wieder ein. Es fühlte sich an, als hätten wir gar keine Pause gemacht. Jedoch hatte ich das später bestätigte Gefühl, dass sich durchs Wasser im Stiefel keine Blasen an den Füßen bildeten.

 

Nach dem Gut-Zwei-Stunden-Marsch kamen wir in der Luitpold-Kaserne an und waren ziemlich erschöpft. Aber von Ausruhen war keine Spur zu sehen. Nachbereitung war angesagt: Waffen reinigen und zurückgeben, Kleidung und Utensilien reinigen, Kleidung verstauen, Tarnschminke entfernen und Duschen. Ich habe mich noch nie so sehr aufs Duschen gefreut.

 

 

Das Gelöbnis

 

Am 12. Mai legten wir unser Gelöbnis ab. Der Tag begann wie immer 5 Uhr morgens. Es war ein Mittwoch und Familientag in unserer Kaserne. Viele Verwandte und Freunde konnten verschiedene Stationen besichtigen, besuchten die Stuben und aßen in der Truppenküche. Gegen 13 Uhr setzten sich vier Busse in Bewegung. Im vierten saß der IV. Zug der 6. Kompanie des Führungsunterstützungsbataillons 292, also auch ich. Wir peilten Donauwörth an. Dort fand der Gelöbnisgottesdienst statt. Ein Pfarrer predigte und viele Soldaten und Besucher sprachen ihm nach. Nach fast einer Stunde in der Kirche rollten die Busse wieder. Auf dem Navigationssystem stand Monheim. Als wir ankamen wurde noch schnell der Dienstanzug gerichtet und dann die Antrittsformation eingenommen. Wir marschierten auf den öffentlichen, aber abgesperrten Platz mitten in Monheim. Zirka 240 Soldaten gelobten der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen." Neben einigen Reden spielte ein Musikkorps die bayerische Hymne und dann die deutsche Nationalhymne. Letztere sangen alle Rekruten lautstark mit. Zum Schluss konnten alle Besucher und Zuschauer Fotos schießen. Ausgewählte Fotos vom Gelöbnis sind hier zusammengestellt.

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Die letzte Woche

 

Die nächste und damit letzte Woche wird eine der kürzesten sein. Am Montag ist Feiertag, am Dienstag findet die Abschlussübung statt (Marschieren, Leben im Felde und Anwenden aller gelernten Ausbildungsinhalte). Am Mittwoch findet ein noch ausstehender Sanitätsunterricht statt und am Donnerstagmorgen ist getan. Dann habe ich meine AGA absolviert und darf wieder zum normalen Trainingsalltag übergehen.

 
 
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